Was ist Konzentration und wie lässt sie sich steigern?

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Was ist Konzentration? Den Begriff der Konzentration verwenden wir im Alltag häufig, ohne genau zu wissen, worüber wir eigentlich reden. Eltern fordern von ihren Kindern, sich mehr zu konzentrieren; Arbeitgeber erwarten fokussierte Arbeitnehmer und Freunde wollen, dass wir ihnen mit höchster Konzentration zuhören.

Im Alltagsverständnis wird unter dem Begriff der Konzentration vor allem das Lenken der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe verstanden. Wissenschaftlich ist der Begriff jedoch deutlich enger und präziser definiert.

In der Psychologie ist die Konzentration als „willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit“ definiert. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit also willentlich auf eine bestimmte Aufgabe und schaffen es, den Fokus exakt dort zu behalten, sind wir konzentriert. Konzentrieren können wir uns der psychologischen Definition folgend auf eine bestimmte Tätigkeit, auf das Erreichen eines kurzfristigen Ziels und auf das Lösen einer gestellten Aufgabe.

Das Fokussieren ist eng mit der Konzentration verbunden. So „fokussieren“ wir unsere Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit, auf die wir uns konzentrieren. Auch der Begriff des „Fokus“ ist psychologisch definiert. So bedeutet „Fokussierung“ im psychologischen Sinne, dass wir auf momentan Ausgeübtes oder Empfundenes achten. Zum Teil ist auch eine Fokussierung auf Kommendes möglich.

 

Was beeinflusst unsere Konzentrationsfähigkeit?

Jeder gesunde Mensch ist erst einmal in der Lage ist, sich zu konzentrieren. Aus eigener Erfahrung wissen wir jedoch, dass es uns manchmal besser und manchmal schlechter gelingt, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus haben wir im Laufe unseres Lebens feststellen müssen, dass manche Menschen prinzipiell besser in der Lage sind, sich zu konzentrieren als wir es sind. Auch diese Schwankungen zwischen einzelnen Tagen sowie zwischen verschiedenen Menschen sind vollkommen normal.

Unser Zustand beeinflusst unsere Konzentrationsfähigkeit. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich feststellen, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um Konzentration zu ermöglichen. Als Einflussfaktoren werden in der Psychologie unter anderem folgende angegeben:

Der emotionale Zustand: Sind wir traurig, wütend oder verängstigt, fällt es uns enorm schwer, unseren Fokus auf etwas anderes als dieses Gefühl zu richten. Es ist uns somit nur schwer möglich, Konzentration an den Tag zu legen und konzentriert zu arbeiten. Bei positivem emotionalem Zustand hingegen fällt es uns leicht, uns auf eine Aufgabe oder Tätigkeit zu fokussieren.

Der physische Zustand: Auch unser körperlicher Zustand beeinflusst unsere Konzentrationsfähigkeit. Sind wir krank, fühlen wir uns in aller Regel müde und schlapp. Wir verlassen das Bett nur ungern und sind nicht in der Lage, anstrengende Tätigkeiten zu verrichten. In diesem Zusammenhang ist auch Konzentration als anstrengende Tätigkeit zu betrachten. Wir müssen also gesund sein, um uns problemlos konzentrieren zu können.

Der motorische Zustand: Mit dem Begriff der Motorik wird das Zusammenspiel aus sicherem Körpergefühl, ausgeprägtem Gleichgewichtsempfinden sowie guter visueller und akustischer Wahrnehmung beschrieben. Nur wer über einen guten motorischen Zustand verfügt, kann sich konzentrieren. Anhand des motorischen Zustandes lässt sich der Entwicklungsstand eines Menschen erkennen. Kinder werden im Laufe ihrer Entwicklung motorisch immer geschickter, bis sie irgendwann eine voll entwickelte Motorik erreicht haben. Ab diesem Zeitpunkt sind sie in der Lage, ohne Einschränkungen zu lernen und sich auf ihre Aufgaben zu fokussieren.

Die Ernährung: Versorgen wir unseren Körper mit allen benötigten Nährstoffen, können die körperlichen Prozesse ordnungsgemäß ablaufen. Ist dies jedoch nicht der Fall, wird unsere Leistungsfähigkeit enorm beeinträchtigt. Mit einer ausgewogenen Ernährung schaffen wir also die Voraussetzungen für Konzentration.

Die Umgebungsbedingungen: Wir lassen uns prinzipiell schnell ablenken. Aus diesem Grund sollten beispielsweise keine elektronischen Geräte oder Medien eingeschaltet werden, wenn wir uns konzentrieren wollen.

Schlaf: Nur wenn wir ausreichend schlafen, ist unser Körper erholt und bereit für neue Aufgaben. Auch Konzentration gelingt besser, wenn wir ausgeschlafen sind. Der durchschnittliche Mensch benötigt sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht.

 

Wie lässt sich Konzentration steigern?

Der aufmerksame und intelligente Leser wird schlussfolgern, dass es uns durchaus möglich ist, unsere Konzentrationsfähigkeit aktiv zu beeinflussen. Hierzu stehen uns verschiedenste Mittel zur Verfügung. Letztendlich zielen alle Methoden darauf ab, optimale Voraussetzungen für Konzentration zu schaffen. Im Folgenden zeigen wir dir fünf Toptipps, um Konzentration bei der Arbeit zu fördern.

1. Tagschlaf

Der klassische Mittagsschlaf ist im Laufe der Jahre aus der Mode gekommen. Diese Entwicklung ist sehr zu bedauern, schränkt sie unsere Konzentrationsfähigkeit doch deutlich ein. Wer zehn bis 30 Minuten am Tag schläft, ist insgesamt deutlich konzentrierter als seine durchgängig wachen Mitmenschen. Im asiatischen Raum ist dieser „Power-Nap“ in der Alltagskultur angekommen. Große Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern Schlafräume zur Verfügung, da die Produktivität nach dem kurzen Mittagsschlaf deutlich steigt.

2. Entspannungsverfahren

Autogenes Training, Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung sind sehr wirksame Mittel, um die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Praktizieren wir derartige Entspannungsverfahren, gehen wir ausgeglichener, erholter und mit besserer Stimmung durch den Alltag. Dies verbessert unsere Konzentrationsfähigkeit. Wir können also fokussierter und somit letztendlich produktiver arbeiten. Entspannungsverfahren lassen sich heute sehr einfach erlernen, da in vielen Fitnessstudios und Sportvereinen entsprechende Kurse von qualifizierten Trainern angeboten werden.

3. Konstanter Blutzuckerspiegel

Bereits als Kinder werden wir mit dem gutgemeinten Ratschlag, Traubenzucker steigere die Konzentration und die Leistungsfähigkeit, versorgt. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Traubenzucker lässt den Blutzuckerspiegel stark ansteigen und kurz darauf ebenso stark abfallen. In der Regel sinkt unsere Leistungsfähigkeit durch den Verzehr des Zuckers also. Wollen wir uns konzentrieren, sollten wir für einen konstanten Blutzuckerspiegel sorgen. Dies gelingt, indem wir bevorzugt langkettige Zucker essen, die beispielsweise in (Süß-)Kartoffeln, Nüsse und Hülsenfrüchte und Vollkornbrot zu finden sind.

4. Ausgewogene Ernährung

Du solltest generell auf eine ausgewogene Ernährung achten, wenn du mit voller Konzentration arbeiten möchtest. Eine ausgewogene Ernährung versorgt deinen Körper und dein Gehirn mit allen benötigten Nährstoffen. Vor allem Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine sind von zentraler Bedeutung für die geistige Leistungsfähigkeit. Iss also weniger Fleisch, mehr Gemüse und Obst, verzehre ein- bis zweimal pro Woche Fisch und verzichte auf Softgetränke, Süßigkeiten und Fast-Food.

5. Ausdauersport

Ausdauersport wirkt sich positiv auf den gesamten Körper aus. Fett wird verbrannt, Muskeln und Gelenke werden gefördert – und die Stimmung steigt. Eine gute Grundstimmung stellt eine zentrale Voraussetzung für volle Konzentrationsfähigkeit dar. Darüber hinaus wirst du besser schlafen können, wenn du moderaten Ausdauersport betreibst. Auch dieser erholsame Schlaf wird sich positiv auf deine Konzentrationsfähigkeit auswirken.

 

Fazit: Konzentration und Produktivität steigern

Mit recht einfachen Mitteln ist es möglich, Konzentration und Produktivität entscheidend zu steigern. Achtest du auf deine Gesundheit und befolgst die genannten Tipps, wirst du bereits nach kurzer Zeit merken, dass du deutlich produktiver arbeitest und dich vollkommen auf deine jeweilige Tätigkeit fokussieren kannst.